Saltsjöqvarn – Von der Getreidemühle zur Luxusherberge

In der Stockholmer Hafeneinfahrt, gegenüber von Prins Eugens Waldemarsudde auf Djurgården und nur wenige hundert Meter von den Terminals der Viking Line und anderer Reedereien entfernt, zieht ein eindrucksvolles Bauwerk das Interesse auf sich. Kaum ein Stockholmbesucher, der sich nicht die Frage gestellt hat, was es mit dem großen Industriegebäude auf sich hat.

Hier ist der Link zu Google Maps: https://goo.gl/maps/57gaArB5KURGFexu7

Die Firma Holmberg & Möller, betrieb seit den 1860er Jahren etliche Mühlen im Stadtgebiet von Stockholm, um Getreide zu mahlen.

Die technische und kommerzielle Entwicklung machte es im Laufe der Zeit erforderlich, die Produktion auf einen Standort zu konzentrieren. Aus diesem Grund wurde 1888 ein Grundstück neben dem bzw. auf dem Gelände des Danvikens-Hospital in Nacka gekauft, das sich östlich des Hauptgebäudes des Krankenhauses befand. Dieses Grundstück umfasste eine Fläche von 37.519 Quadratmetern. Der Preis betrug 66.000 SEK. Die moderne dampfbetriebene Mühlenanlage wurde ein Jahr später gebaut und 1890 fertiggestellt. Der Architekt war A W Bergström.

Das Grundstück befand sich größtenteils in der (selbstständigen) Gemeinde Nacka, aber einige kleinere Flächen von insgesamt 1065 Quadratmetern lagen in der Stadt Stockholm. Dies lag daran, dass Karl XII. 1716 beschlossen hatte, dass das gesamte Areal des Danvikens-Krankenhauses in der Stadt Stockholm zu liegen habe. Die neuen Eigentümer befürchteten bürokratische Probleme, die Behörden beschlossen daraufhin, diese 1065 Quadratmeter ab 1891 in die Pfarrei Nacka und den Bezirk Stockholm Land zu verlegen.

Aufgrund seiner Lage an den salzwasserhaltigen Ausläufern der Ostsee, direkt am Eingang zum Mälarsee, erhielt die neue Mühle den Namen Saltsjöqvarn. Im Zusammenhang mit dem Bau gründete die Firma Holmberg & Möller eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Holmberg & Möller Qvarnaktiebolag. 1902 wurde das Unternehmen in AB Saltsjöqvarn umgewandelt. Ein Mühlenlabor wurde 1909 als erstes seiner Art in Skandinavien eingerichtet. Ebenso innovativ war auch die 1923 errichtete Kiesmühle. 1916 wechselte man von Dampfbetrieb zu elektrischer Energie. Die Mannagrynsmühle wurde 1923 nach Zeichnungen von Joel Norborg gebaut und von der Baufirma Hesselman & Bergström errichtet. Die hier hergestellten Mehlprodukte wurden unter dem Namen Kejsarkronan verkauft.

Bis in die 1970er Jahre wurde die Mühle um mehrere Gebäude erweitert. Der Mühlenbetrieb wurde 1988 vom damaligen Eigentümer Kungsörnen AB stillgelegt, woraufhin zwei Lagergebäude und alle Getreidesilos abgerissen wurden. Es sind zwei Mühlengebäude (von 1890 und 1923) erhalten geblieben.

1996 kaufte die Baufirma NCC das Grundstück, mit den Gebäudekomplexen Saltsjöqvarn, Mannagrynskvarnen und Danvikens-Hospital. Bis 2010 wurden insgesamt 450 Eigentumswohnungen gebaut. Heute ist Saltsjöqvarn eine Bezeichnung für den gesamten Bezirk.

Die Mannagrynsmühle wurde renoviert und in Wohnungen umgewandelt. Der Turm zum Beispiel beherbergt eine Wohnung die sich über sechs Etagen erstreckt (Über den Kaufpreis kann jeder für sich spekulieren). Die ehemals große Mühle beherbergt heute, nach Spekulationen, dass ein Wikingermuseum dort untergebracht werden sollte, das Elite Hotel Marina Tower (ein Konferenz- und Wellnesshotel) und etwa 20 Apartments. Danvikens-Hospital wurde renoviert und weiterverkauft. Vor dem Gebäude befindet sich der sogenannte Hospitals- bzw. Barockpark. Lohnenswert ist auch der Besuch des vom Landschaftsarchitekten Thorbjörn Anderson entworfene Kai.

Link zum Elite Hotel Marina Tower Stockholm: https://elite-marina-tower.hotelistockholm.com/de/

Wer sich einen Überblick über die Wohnungen und die Kaufpreise im Saltsjöqvarn oder der näheren Umgebung machen möchte, findet beim Makler »Fastighetsbyrån« einen guten Überblick: https://www.fastighetsbyran.com/sv/sverige/maklare/nacka/sok/till-salu/


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