Ales stenar in Österlen

Wer im südlichen Teil Österlens unterwegs ist und Löderup in Richtung Küste hinter sich lässt, trifft nach wenigen Kilometern auf den Östra Kustvägen, der Simrishamn mit Ystad verbindet. Biegt man an dieser Kreuzung rechts ab, also Richtung Ystad, taucht nach ungefähr 2 Kilometern linkerhand die pittoreske Ortschaft Kåseberga auf. Vom Parkplatz am Ortsrand von Kåseberga erreicht man nach einem Fußmarsch von in etwa siebenhundert Metern Ales stenar (Deutsch: Die Steine von Ale). Die Steinsetzung liegt auf der einen Seite auf einem Hügel über der Ortschaft. Auf der anderen Seite fällt die Steilküste in etwa dreißig Meter in die Ostsee ab.

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Über die Deutungshoheit streiten sich das Riksantikvarieämbetet (Amt für Denkmalschutz) und der Hobbyarchäologe Bob G. Lind. Das Amt für Denkmalschutz geht davon aus, dass es sich bei Ales stenar um eine Grabanlage handelt. Lind sieht in der Schiffssetzung einen bronzezeitlichen Sonnenkalender. Eine Interpretation die von der Wissenschaft massiv in Abrede gestellt wird. Am Fußweg nach Ales stenar finden sich Hinweisschilder mit beiden, sich konkurrenzierenden Theorien.

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Nach Ansicht des Riksantikvarieämbetet wurden von den Erbauern insgesamt 59 Riesensteine mit einem Gewicht von bis zu 1,8 Tonnen pro Brocken aus bis zu vierzig Kilometern Entfernung herangeschafft. Manche der Steine dürften per Schiff transportiert worden sein, andere wurden aus der näheren Umgebung auf hölzernen Rollen an diesen Ort gebracht. Vermutlich wurden für die Schiffssetzung bestehende Megalithgräber in der näheren Umgebung geplündert. Für die Archäologen ist es auffällig, dass es in der unmittelbaren Umgebung von Ales stenar kaum Megalithgräber gibt. Je größer der Abstand zu Kåseberga wird, desto mehr dieser Gräber sind zu finden.  Das eigentliche Grab befindet sich 40 Meter von der Steinsetzung entfernt.

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Aufgrund von C14 Untersuchungen der Fundstücke rund um die Anlage datieren die Wissenschaftler die Entstehung auf den Zeitraum zwischen 545 bis 755 n. Chr. Über die Bevölkerung die zu jener Zeit in dieser Region gelebt hat, gibt es kaum Informationen. Für die Archäologen ist klar, dass es sich um Menschen gehandelt haben muss, die in der Lage waren mit Schiffen, Schaufeln, Seilen, Ochsen, einfachen Metallwerkzeugen und Rundhölzern die Felsbrocken als Demonstration ihrer Macht und Bedeutung hierher transportieren zu können.

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Nach der Besichtigung der Schiffsetzung lohnt sich ein Abstecher nach Kåseberga und in den Hafen.

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Der Name Kåseberga taucht seit dem Mittelalter in zeitgenössischen Quellen auf. Bis ins beginnende 20. Jahrhundert war es ein bedeutender Hafen in dem vierundzwanzig Berufsfischer beheimatet waren. Die Unterlagen über die Einnahmen zeugen von einer prosperierenden Gemeinde, deren Aufschwung erst mit der immer stärker werdenden Industrialisierung im Fischereiwesen zum Erliegen kommt. Heute lebt der Ort vom Tourismus. Im Hafen befindet sich ein schönes und gutes Fischlokal, das weit über die Grenzen der Ortschaft bekannt ist.

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Seit Henning Mankell seinen Kommissar Wallander in Ystad und Umgebung ermitteln lässt, ist Ales stenar, vor allem unter Urlaubern aus Deutschland, noch beliebter geworden. Die Schiffssetzung und das Fischlokal tauchen in den Krimis von Mankell auf und gehören zum Pflichtprogramm für Wallander-Liebhaber.

Hier ist der Link zu Kåseberga und Ales stenar auf Google Maps: https://maps.google.se/maps?q=K%C3%A5seberga&hl=sv&ie=UTF8&ll=55.52008,14.139404&spn=0.471133,1.352692&sll=61.606396,21.225586&sspn=12.725396,43.286133&t=h&hnear=K%C3%A5seberga,+Sk%C3%A5ne+l%C3%A4n&z=10

Auf www.kaseberga.se sind mehr Informationen über den Ort zu finden (auch in englischer Sprache).

Dieser Link verweist auf Stugas (Ferienhäuser) in Kåseberga und Umgebung: http://www.stugknuten.com/resultat3.asp?ortnamn=K%E5seberga


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