Falsterbo – Skånes südwestlichster Sandstrand

Falsterbo ist für uns bei fast jedem sommerlichen Malmö-Aufenthalt ein Ausflugsziel. Die knapp 25 km von Malmö entfernte Halbinsel gehört zum Schönsten, das die Region zu bieten hat. Im Hochsommer, bei Schönwetter, herrscht in Skanör-Falsterbo und am kilometerlangen Sandstrand ein Treiben wie in südeuropäischen Küstenregionen.

Bis ins 12. Jahrhundert kann eine Besiedelung der Halbinsel nachgewiesen werden. Hier fand für einen langen Zeitraum einer der wichtigsten Handelsmärkte Nordeuropas statt (Skånemarknaden), dessen Status auf die ehemals reichen Heringvorkommen im Norden der Halbinsel zurückzuführen war.  Der dänische König Waldemar IV. Atterdag, lukrierte hier durch den Marktbetrieb den Großteil seiner Steuereinahmen. Mit der Abnahme der Heringsbestände und der daraus resultierenden Schließung des Marktes im 16. Jahrhundert, verlor die Halbinsel an Bedeutung. Im Jahr 1754 wruden die beiden eigenständigen Städte Skanör und Falsterbo zusammengelegt.

Ab 1890 ging es mit Skanör-Falsterbo wieder bergauf. Man errichtete große Hotels und die Badegäste hielten Einzug in der Region. Wie wichtig der Tourismus für die Region war, verdeutlicht die Tatsache, dass man Anfang des 20. Jahrhunderts eine eigene Abzweigung der Eisenbahnlinie Malmö-Trelleborg von der Ortschaft Vellinge bis nach Skanör baute. Von da an konnten die Sommerfrischler aus den schwedischen Großstädten Stockholm, Göteborg oder Malmö mit dem Zug bis in ihren Urlaubsort anreisen.

Ab den 1920er Jahren errichtete der aus Österreich emigrierte Architekt Josef Frank auf der Halbinsel fünf Villen, die bis heute ein bedeutender Bestandteil der schwedischen Architekturgeschichte sind (siehe dazu auch meinen Artikel „5 Villen in Falsterbo“). Heute sind zwar viele Häuser noch im Besitz ortsansässiger Familien, allerdings haben auch etliche der Gebäude auf der Halbinsel in den vergangenen Jahrzehnten, zu teils horrenden Preisen, den Besitzer gewechselt. Und so ist es für Einheimische nichts Ungewöhnliches im Hochsommer eine Dichte an schwedischen Prominenten im Ort zu haben, die ansonsten nur noch in Stockholm erreicht wird.

Diese große Anzahl an Prominenten und der hohe Status der Region als luxuriöses Urlaubsziel, tragen vermutlich auch zu den verhältnismäßig hohen Preisen der drei im Ort existierenden Hotels bei.

Wer die wundervolle Landschaft zu günstigen Preisen kennenlernen will, dem empfehle ich den Aufenthalt in Falsterbo Camping Resorg. Am östlichen Ortsrand, direkt hinter den Dünen und dem Sandstrand, befindet sich dieser typische schwedische Campingplatz, der nicht nur über Stellplätze für Wohnwägen, Wohnmobile oder Zelte, sondern auch über eine stattliche Anzahl an Häusern, die gemietet werden können, verfügt. Menschen die nach Schweden der Ruhe wegen reisen, sind auf diesem Platz sicherlich am falschen Ort. Im Hochsommer platzt die Anlage aus allen Nähten, dann sind hier Familien aus Schweden, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden anzutreffen.

Falsterbo eignet sich aber auch perfekt für einen Tagesausflug von Malmö bzw. Trelleborg aus. Der Strand ist größtenteils öffentlich zugänglich. Ein mehrstündiges Badevergnügen, lässt sich ohne große Vorausplanung inklusive An- und Abreise realisieren. Wer davor oder danach seinen Hunger stillen will, findet im von mir früher bereits beschriebenen Kust Café eine gute Anlaufstelle.

Am südwestlichen Ende von Falsterbo befindet sich Schwedens größter Rastplatz für Zugvögel. Im Frühling und im Herbst machen hier laut Angaben der Ornithologen jeweils rund 500 Millionen Vögel halt um anschließend jahreszeitlich bedingt entweder in den Süden oder den Norden weiter zu fliegen. Umfangreiche Informationen zu diesem Thema sind auf der Homepage der Falsterbo Fågelstation zu finden.

Die Anreise mit dem Auto erfolgt sowohl von Malmö als auch von Trelleborg aus über die E22. Am Trafikplats Vellinge verläßt man die Schnellstraße und folgt der Beschilderung nach Höllviken, Skanör und Falsterbo (Länsväg 100).

Bei der Durchfahrt von Höllviken trifft man auf den Falsterbokanalen. Diese künstliche, 1,6 km lange, Wasserstraße erspart den Schiffen die Umrundung der Halbinsel. Die Klappbrücke wird täglich zu festgelegten Zeiten geöffnet. Für alle Verkehrsteilnehmer heißt es dann warten und das Schauspiel der sich öffnenden und wieder schließenden Klappbrücke zu genießen. Die Steuerung der Anlage erfolgt von dem neben dem Kanal liegenden Kontrollturm.

Mit den Bussen des Skånetrafiken ist die Halbinsel sehr gut erreichbar.

Skanör-Falsterbo gehört heute zur Gemeinde Vellinge. Auf deren Homepage finden sich eine Reihe von touristischen Informationen in englischer Sprache.

Titelbildnachweis: „Old falsterbo“. Licensierad under CC BY 2.5 via Wikimedia Commonshttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_falsterbo.jpg#/media/File:Old_falsterbo.jpg


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