Nattfåk von Johan Theorin (Öland-Serie Bd. 2)

Viele Krimiautor/inn/en lassen ihre erfundenen Geschichten an realen Orten spielen. Die Tourismusverbände der betreffenden Regionen reiben sich die Hände, da es mittlerweile ein großes Potential an reisefreudigen Leser/inn/en gibt, die eben jene Schauplätze besuchen möchten.

Johan Theorin hat auch bei seinem zweiten Öland-Krimi einen Ort geschildert, den es so nicht auf der Landkarte der Insel gibt, den es aber so ohne weiteres geben könnte. Der fiktive Platz Åludden stammt aus der Feder eines Autors der die Insel wie seine Westentasche kennt und seine erfundenen Orte sehr realitätsnah schildern kann. Wobei, einen Doppelleuchturm gibt es nicht im nordöstlichen Teil Ölands, wohl aber im Süden. Als eine junge Familie aus dem Stockholmer Vorort Bromma hierher übersiedelt, weiss diese anfangs nicht, dass ihr neu gekauftes Haus aus dem Holz eines im 19. Jahrhundert gesunkenen Schiffs gebaut worden ist. Hier wohnten die Leuchtturmwärter mit ihren Familien, im Laufe der Jahrzehnte gab es immer wieder eigentümliche Todesfälle. Mit einem solchen im Gepäck bezieht die junge Familie aus Stockholm das Haus.

„Nattfåk“ (dt. Titel: Nebelsturm) ist wie Theorins erster Öland-Band „Skumtimmen“ (dt. Titel: Öland) ein genreübergreifendes Buch. Ein Krimi, Thriller, eine Gespenstergeschichte und ein Entwicklungsroman. Vier Handlungsfäden werden Stück für Stück ineinandergewoben, der Leser/die Leserin lernt die Geschichte des Hauses kennen, nimmt  nach Hauseinbrüchen an den Ermittlungen einer jungen Insel-Polizistin teil, erfährt was es mit einer lokalen Verbrecherbande auf sich hat und begleitet die junge Familie aus Stockholm bei ihren dramatischen Erlebnissen.

Theorin verwendet auch hier wieder eine sehr direkte, einfache und schöne, schnörkellose Sprache, die man in vielen als Massenware auf den Markt geworfenen Krimis so heute nicht mehr liest, dafür gebührt ihm mein Dank. Ebenso für die genaue Zeichnung der Charaktere seiner Protagonisten. Auch im Schlussakkord, wenn in einem dramatischen Crescendo die Puzzleteile ihren Platz einnehmen gelingt ihm ein glaubwürdiges und spannendes Finale in einem öländischen Nebelsturm.

Mein Fazit: Teil 1 war bereits sehr gut, Teil 2 hält das Niveau. Die Vorfreude auf Teil 3 ist riesengroß!

Hier ist der Link zu allen verfügbaren schwedischsprachigen Originalausgaben und hier zur deutschsprachigen Übersetzung.


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