Lykke Li – I never learn

Lykke Li hat ihr neues Album „I never learn“ als letzten Teil einer Trilogie beschrieben, die vom Leben und den Erlebnissen einer Frau, die sich irgendwo zwischen dem zwanzigsten und dreissigsten Lebensjahr befindet, erzählt. Im Vergleich mit anderen gleichaltrigen Frauen verliefen die letzten Jahre vermutlich grundlegend anders für die nun 28jährige Lykke Li Zachrisson.

2007 debütierte sie mit dem Song „Little bit“, der in der Elektro-Pop-Gemeinde auch durch das dazugehörige Video, dass sich auf youtube viral verbreitete und mittlerweile bei über 10 Mio. Klicks angekommen ist, Kultstatus erreichte, nicht zuletzt aufgrund des mystischen Tanzes der im Video performt wird.

Die Zeit danach verbrachte sie mit dem Schreiben und Aufnehmen neuer Lieder, Albumveröffentlichungen, internationaler Aufmerksamkeit, Tourneen, Modefotografie, Schauspielerei, der Übersiedelung nach Los Angeles und mit neuen musikalischen Kollaborationen – unter anderem mit David Lynch.

Das Thema ihres dritten Albums ist universell und unabhängig vom Verlauf ihrer Karriere oder ihren beruflichen Erfolgen. Die Songs heißen „Never gonna love again“, Heart of steel“ oder „Sleeping alone“. In einem Interview mit der schwedischen Tageszeitung „Aftonbladet“ beschreibt Lykke Li die beiden vergangenen Jahre als die schmerzhaftesten die sie bisher durchlebt hat. Wenn man die Auswahl der Songs für das neue Album, die Texte und die musikalische Umsetzung betrachtet, kann man sich eine ungefähre Vorstellung machen, wovon sie in diesem Interview gesprochen hat.

Während ihr erstes Album „Youth novels“ eine coole, neugierige und poppige Grundstimmung trug, und sich die Songs bei den ersten Takten bereits im Gehörgang festsetzten, erweiterte sie ihr Spektrum auf dem Nachfolger „Wounded rhymes“ um eine dunklere Stimmung ohne die Hörbarkeit und Unmittelbarkeit der Songs anzutasten.

Auf „I never learn“ ändert sich der Zugang grundlegend. Die neun Lieder auf dem neuen Album sind bis auf eine Ausnahme keine klassischen Radiohits, dafür vermitteln sie von den ersten Takten an zuviel Traurigkeit und einen gefühlsmäßig freien Fall ins Bodenlose. Lykke Li singt ihre Texte so fokkusiert und direkt, dass man ihre Gefühle förmlich greifen kann, unabhängig wie die eigene Stimmungslage ist.

Schicksalsträchtige Melodien verbinden sich mit dumpf grollenden Klavierpassagen, Gothgospels und Lykkes schneidender, rauher Stimme, die phasenweise wie ein zusätzliches Instrument funktioniert und manchmal an der Grenze zum Zerspringen balanziert. Es ist ein intensives Hörerlebnis, das leider nach bereits 33 Minuten endet.

Die zugänglichste Nummer auf der Scheibe ist „Never gonna love again“, dieser Titel ist die musikalische Verbindung zu den beiden bisher veröffentlichten Alben und verfügt vermutlich über die größte Radiotauglichkeit.

Auf youtube sind etliche Titel aus dem neuen und auch den bereits früher erschienenen Alben zu finden. Hier ist der Song „Never gonna love again“ aus dem neuen Album.

Alle Songs von „I never learn“ sind auch auf Spotify unter diesem Link zu finden.

Das ist der Link zu „Little bit„, ihrem internationalen Durchbruch.


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