Post scriptum – Christer Strömholm – Fotograf

Christer Strömholm (1918 – 2002) war einer der bedeutensten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Erstmals sorgte er ab 1954 mit seiner Fotoserie „Dödsbilder“ (Totenbilder) für Aufsehen. 1956 arbeitete er mit dem deutsch/schwedischen Schriftsteller Peter Weiss gemeinsam an dem Film „Ansikten i skugga“ (Gesichter im Schatten). Ab 1956 entstand seine Fotoserie über die Transsexuellen an der Place Blanche in Paris.

2012 erschien die, von seinem Sohn editierte, Monographie “ Post scriptum“ im schwedischen Max Ström Förlag (bekannt für seine großformatigen, voluminösen und erstklassig ausgestatteten Fotobücher), mit über 270 Bildern aus dem Oeuvre von Christer Strömholm. Der Band verfügt auch über eine ausführliche Biographie sowie Essays der Journalistin Carole Naggar und des Galeristen Christian Caujolie.

Im Herbst 2012 war eine große Retrospektive der Bilder von Christer Strömholm im Fotografiska Museet in Stockholm zu sehen. Glücklicherweise war ich zur rechten Zeit am rechten Ort und hatte die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

Strömholm wuchs in Stockholm auf. Früh (1924) ließen sich seine Eltern scheiden, Christer war gerade einmal sechs Jahre alt. Sein Vater war Offizier in der schwedischen Armee, der in Norrland stationiert war. Dieser nahm sich 1934 das Leben. Von 1935 bis 1938 studierte Christer in Deutschland an der Kunstschule von Waldemar Winkler. Im Herbst 1938 begann er in Stockholm Malerei bei Otto Sköld und Isaac Grünewald zu studieren. Er nahm als Freiwilliger am Bürgerkrieg in Spanien, am finnischen Winterkrieg und am Befreiungskampf in Norwegen teil. Für seinen Einsatz wurde er 1945 mit dem norwegischen Kriegskreuz ausgezeichnet. Ab 1958 verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt nach Fox-Amphoux in die Provence, wo er eine Ruine kaufte und diese im Laufe der Jahrzehnte renovierte.

Eine sehr gute Auswahl der Bilder von Christer Strömholm ist auf der offiziellen Homepage zu finden: http://www.stromholm.com/

Im Fotografiska Museet wurde eine Dokumentation mit dem Titel „Blunda och se“ (Laufzeit 48 Min.) seines Sohnes Joakim gezeigt, die über das abenteuerliche Leben von Christer einen guten Überblick gegeben hat. Leider ist der Film aus dem Jahr 1993 (erstmals ausgestrahlt 1996) weder auf DVD noch Online verfügbar.

Die schwedischsprachige Version des Prachtbandes „Post scriptum“ ist unter der ISBN 9789171261748 im Max Ström Förlag, ebenso wie eine Version in englischer Sprache, erschienen.


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