Skebokvarnsv. 209 von Joakim Thåström

Joakim Thåström ist vermutlich der größte und bekannteste in schwedischer Sprache singende Rockstar des Landes. Der musikalische Durchbruch gelang ihm mit der Punkband „Ebba Grön“ deren Sänger und Gittarist er von 1977 bis 1983 war. Wie viele andere Punkmusiker erweiterte er in den 1980er Jahren sein Repertoire in Richtung Synthie-Musik. Mit seiner nächsten Band „Imperiet“ feierte er zwischen 1985 und 1988 mit dieser Punk/Synthie-Mischung große Erfolge.

Anschließend versuchte er sich als Solomusiker und arbeitete in den Niederlanden an einem Bandprojekt. Seit 1997 ist Thåström, wie er sich seither kurz und prägnant nennt, in Schweden als Solokünstler aktiv.

2005 gelang ihm mit der Platte „Skeboksvarnsv. 209“ ein nicht nur künstlerisch enorm interessantes Album, sondern mit der Single-Auskopplung „Fanfanfan“ seine erste Nr. 1 in den schwedischen Topplistor.

Niemand hat mit dieser Art von Platte von Thåström gerechnet. Er, der immer Abstand zu Allem gehalten hat, sich hinter lauten und lärmenden elektrischen Gittaren und Synthesizern versteckt, unter anonymen Adressen in Kopenhagen gelebt, uninterssiert an seiner Umgebung gewirkt hat und mit seinem rastlosen Blick immer auf der Suche war.

Aber das Album das er als 48jähriger veröffentlicht hat, war das genaue Gegenteil von dem was man bisher von ihm zu hören bekommen hat, voll von Erinnerungen an seine Jugend im Stockholmer Vorort Rågsved, von seinem Vater, den er nie richtig kennengelernt hat, von einer alten Liebe die immer noch in ihm lebte, vom Start von Ebba Grön.

In dem akustischen Opener „Brev till 10:e våningen“ wurde er „sentimental av ingenting“ (in etwa „sentimental von nichts“) und fragt einen Freund von früher über Dinge aus deren gemeinsamen Aufwachsen. Im „Söndagmåndagsång“ singt er über Feste, deren Lärm man von der Straße hört, die ihn aber im Gegensatz zu früher nicht mehr interessieren. „Stjärna som är din“ ist leicht als Lied für seine kleine Tochter zu deuten.

Das der Titel dieser sehr persönlichen Platte nach einer früheren Wohnadresse von Thåström in Rågsved benannt worden ist, wundert in diesem Zusammenhang nicht mehr.

Die elf Songs haben Thåström ein ganz neues Publikum erschlossen. Das alte Klischee, das je persönlicher die Werke von Künstlern werden, diese eine um so breitere Öffentlichkeit erreichen, beweist hier seine Gültigkeit. Wovon Thåström singt, hat bei vielen Zuhörern einen großen Wiedererkennungseffekt. Die Texte sind direkt, es gibt keine poetischen Umwege oder Verschlüsselungen, keine unnötigen Worte, am besten illustrieren das die Titel „The Haters“ und „Sönder Boulevard“ und vielleicht am kräftigsten die Single-Auskopplung „Fanfanfan“:

Fast jag inte sett dig på så länge
Tänker jag på dig ibland
Det var nånting som fastnat på mig
nåt som aldrig helt försvann
Fanfanfan det skulle varit du
Fanfanfan det skulle varit du
….

„Skebokvarnsv. 209“ war der Beginn einer neuen Ära in Thåströms Karriere, er hat sich weiter geöffnet, ist heute menschlicher und verletzlicher, die Rockstar-Attitüde steht nicht mehr im Vordergrund.

Aus den vielen, mehr als hörenswerten, Thåström-Alben sticht „Skebokvarnsv. 209“ noch einmal hervor! Meine Empfehlung: Unbedingt anhören und die Texte auf sich wirken lassen!

Beim schwedischen Online-Händler CDON ist die CD aktuell erhältlich. Hier ist der Link: http://cdon.eu/music/th%C3%A5str%C3%B6m/skebokvarnsv._209-529773

Hier ist der Youtube-Link zur Single-Auskopplung „Fanfanfan“:


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